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Touristen sind in Polen sicher

05.02.05 (Allgemein, Polen Infos, Polen Urlaub, Wroclaw)

Touristen können sich in der westpolnischen Woiwodschaft Niederschlesien sicher fühlen. Das ist der Tenor einer gemeinsamen Konferenz von Polizei und Polnischer Organisation für Tourismus am 28. Januar in Wroclaw/Breslau. Mit eindrucksvollen Zahlen dokumentierte die Kommandantur der Polizei in der Woiwodschaft (Komenda Wojewódzdka Policji) den deutlichen Rückgang der Kriminalität in den vergangenen Jahren.

Um fast 17 Prozent sank danach zwischen 2000 und 2004 die Zahl der Raubüberfälle. Insgesamt 2.727 solcher Delikte wurden 2004 registriert. Die Zahl der Einbrüche ging im gleichen Zeitraum sogar um fast ein Drittel auf etwa 20.000 zurück. Nur bei Diebstählen ergab sich ein leichter Zuwachs um fünf Prozent auf rund 27.000. Zum Vergleich: Im etwas größeren Nachbarland Sachsen lag 2003 die Zahl der schweren Diebstähle bei rund 75.000. Auch das weit verbreitete Bild von Polen als dem Land der Autodiebe lässt sich anhand der statistischen Angaben nicht halten. In den vergangenen vier Jahren ging in Niederschlesien die Zahl der gemeldeten Fälle um fast 40 Prozent auf 2.910 zurück. Als Gründe für den Rückgang der Kriminalität wurde eine bessere Prävention genannt, unter anderem durch den verstärkten Einsatz von Überwachungskameras in Brennpunkten, verstärkte Streifentätigkeit und eine bessere Ausbildung der Polizisten. In den niederschlesischen Bergen sind seit einiger Zeit auch Polizisten auf Skiern unterwegs, um die Sicherheit der Urlauber zu gewährleisten. In der Grenzstadt Görlitz/Zgorzelec patroullieren gemeinsame deutsch-polnsiche Streifen.

Sicherer Ort für Touristen: Der Marktplatz von Wroclaw.
Entsprechend wächst in der polnischen Bevölkerung die Zufriedenheit mit der Arbeit der Sicherheitskräfte. Bei einer repräsentativen Umfrage der Breslauer Universität im Jahre 2004 erhielt die Polizei in der Region von 78 Prozent der Befragten eine gute Note. Der Anteil stieg gegenüber dem Vorjahr um stattliche zehn Prozent. Auf die Frage, in welchen Bereichen die Polizei verstärkt tätig sein sollte, nannten rund 45 Prozent den besseren Einsatz gegen Vandalismus und Hooligans, 35 Prozent wünschten sich ein stärkeres Vorgehen gegenüber der Rauschgiftkriminalität und 15 Prozent erwarteten einen besseren Schutz gegen Autodiebe.

Delikte gegenüber ausländischen Touristen machten in der Statistik nur einen minimalen Anteil aus, betonte Andrzej Matejuk, oberster Polizeichef der Woiwodschaft. So zeigten im ganzen Jahr 2004 in der Woiwodschaft Niederschlesien 270 Deutsche einen Diebstahl bei der niederschlesischen Polizei an; in 183 Fällen ging es dabei um Diebstähle des Autos oder aus dem Auto. In ganz Polen waren im Vorjahr in 2289 Fällen Deutsche die Opfer von kriminellen Handlungen; dabei wurden 1013 Autodiebstähle gemeldet. Im Jahr 2004 hielten sich rund 5,2 Millionen deutsche Touristen mit mindestens einer Übernachtung in Polen auf. Hinzu kamen rund 34 Millionen Tagesbesucher, die meist zum Einkaufen oder Tanken über die Grenze fuhren.

Umfragen der Polizei in den wichtigsten niederschlesischen Ferienorten belegten, dass Touristen aus dem In- und Ausland sich dort sehr sicher fühlen. Mehr als 90 Prozent gaben auf entsprechende Fragen an, dass sie sich in ihrem Ferienort wohl fühlten; bei deutschen Gästen sogar 97 Prozent. Und 87 Prozent der befragten Deutschen kündigten auch an, dort erneut ihren Urlaub verbringen zu wollen.

Dennoch machten Vertreter der Polnischen Organisation für Tourismus deutlich, dass in einigen Bereichen noch Verbesserungen nötig sind. So nannte Pawel Lewandowski, Chef des Polnischen Fremdenverkehrsamtes in Berlin, unter anderem die Gefährdungen im Straßenverkehr durch schlechte Straßen und Verkehrsrowdys, Autoeinbrüche in touristischen Zentren oder auch die „Abzocke„ von ausländischen Touristen durch einige Taxifahrer.

Breslauer Polizistinnen auf Streife.
Eine engere Zusammenarbeit von Touristikbranche, Polizei und Gemeinden soll weitere Verbesserungen bringen. Noch in diesem Jahr möchte die niederschlesische Polizei eine Aktion zur Verbesserung der Sicherheit im Übernachtungsgewerbe starten. Hotels, Pensionen oder Campingplätze, die in ihrem Bereich Präventionsmaßnahmen ergreifen, sollen ein besonderes Zertifikat erhalten, das sie als sicheren Ort ausweist. Sehr positiv hat sich nach Angaben von Verkehrsamtsleiter Pawel Lewandowski auch der seit mehreren Jahren in der Hauptreisezeit im Sommer eingerichtete Touristen-Notruf erwiesen. Bei Problemen können Touristen in ganz Polen die Nummer einer deutsch- und englischsprachigen Hotline wählen. Dieser kostenlose Notruf werde nur sehr selten in Anspruch genommen, dennoch gebe er den Reisenden ein größeres Gefühl von Sicherheit. Und für sehr viele Touristen sei die Frage der Sicherheit eine ganz entscheidende bei der Auswahl des Reiseziels, betonte Lewandowski.
Info: http://www.dolnoslaska.policja.gov.pl

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