Blogski.de

Ein Blog von Polski

Schengen wirkt sich aus

18.07.08 (Allgemein, Polen Urlaub)

Die westpolnischen Grenzregionen profitieren vom Beitritt zum Schengen- Abkommen. Nach Angaben des Polnischen Fremdenverkehrsamtes registrieren viele Ausflugsorte in Grenznähe steigendes Interesse von deutschen Besuchern. Vor gut einem halben Jahr sind die Grenzkontrollen bei Reisen nach Polen entfallen „Während reine Tank- und Einkaufsfahrten über die Grenze eher rückläufig sind, entdecken offenbar immer mehr Deutsche das touristische Angebot jenseits der
Grenze für sich“, bewertet Jan Wawrzyniak, Direktor des Polnischen Fremdenverkehrsamtes, die Entwicklung. Kurzausflüge an die nahe Ostsee, ins Riesengebirge oder in das wald- und seenreiche Lebuser Land seien für die Bewohner der östlichen Bundesländer einfacher geworden und würden zunehmend stärker genutzt. Örtliche Vertreter bestätigen dies. So schätzt Aleksandra Skrobowska vom Tourismusinformationszentrum Świnoujście (Swinemünde) die Entwicklung seit Dezember 2007 als durchgehend positiv ein: „Das Interesse an unserer Region ist deutlich gestiegen.
Das zeigen zum einen vermehrte Anfragen, vor allem aber die insgesamt gestiegenen Besucherzahlen in der Stadt.“ Viele Gäste der deutschen Kaiserbäder auf Usedom nutzen nun die neu geschaffene Möglichkeit zu einem ungestörten Strandspaziergang über die deutsch-polnische Grenze und einem Bummel durch das Seebad Świnoujście. Aber auch die langen Sandstrände der Nachbarinsel Wolin, die lebhafte Promenade und die Steilküste von Międzyzdroje oder das Wisentgehege im Woliner Nationalpark sind für Besucher aus Deutschland näher gerückt, seit die Grenzen offen sind. So
erwartet Aleksandra Skrobowska auch für nächstes Jahr ein weiteres Wachstum bei den ausländischen Besuchern. Der Bauboom bei Apartmenthäusern hält an. Für Wiesław Dzierzba, Direktor des Promotionbüros im Landratsamt von Jelenia
Góra (Hirschberg), steigt durch die neue Freizügigkeit die Attraktivität der Riesengebirgsregion für ausländische Besucher. Schon traditionell zählt das Riesengebirge mit der Schneekoppe zu den beliebtesten Destinationen für deutsche Besucher in Polen. Auch wenn Dzierzba derzeit noch keinen Zuwachs an Gästezahlen beobachten kann, so registriert er doch einen Wandel bei den Besuchergruppen. Die deutschen Gäste würden immer jünger, insbesondere Familien nutzten die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten in der Region. Auch neue Angebote wie die Schlosshotels rund um Jelenia Góra trügen zur steigenden Attraktivität bei. Für die kommenden Jahre erwartet Dzierzba mehr Gäste. Den Optimismus teilt man offenbar auch in der Hotelbranche, denn allein im Riesengebirgsort Karpacz (Krummhübel) entstehen derzeit mehrere
neue Hotels mit zusammen weit über 1000 Betten. In Zielona Góra (Grünberg), der Hauptstadt der westpolnischen Woiwodschaft Lubuskie, registrierte man in den vergangenen Monaten mehr Busgruppen aus Deutschland. Für Jarosław Wnorowski von der örtlichen Touristikzentrale kam aber der größte Zuwachs an westlichen Besuchern bereits mit dem EU-Beitritt Polens im Jahr 2004. Der Wegfall der Grenzen bietet aber auch hier neue Möglichkeiten. So verkehrt seit kurzem ein neuer Linienbus nach Cottbus. Für Großereignisse wie das traditionelle Weinfest von Zielona Góra im September erwartet man mehr Besucher aus dem Nachbarland. Infos: Auskünfte über Reisen nach Polen erteilt das Polnische Fremdenverkehrsamt, Kurfürstendamm 71, 10709 Berlin, Tel. 030-21 00 92-0, www.polen-travel.de

Kommentar schreiben

Sie müssen Eingelogged , um einen Kommentar zu hinterlassen.